02. APRIL 1966
1. FC Köln –
SC Tasmania 1900 4:0 (2:0)
Viertes Saisonspiel gegen die Domstädter +++ Tas schnell zwei Tore in Rückstand +++ Wähling dazu früh mit Handicap +++ Nur Neumann sorgt einmal für Gefahr +++ Becker trotzdem „Bester Spieler“ +++ Am Ende ist der Abstieg besiegelt
Nach dem 0:9-Debakel aus der Vorwoche gegen Duisburg hatte Tasmanias Trainer Heinz-Ludwig Schmidt allen Grund zu Änderungen in seinem Team. Vor dem Spiel beim 1. FC Köln machte er so im Angriff den misslungenen Versuch mit Hans-Jürgen Bäsler rückgängig und setzte wieder Wolfgang Rosenfeldt von Beginn an ein. Auch auf der Torwartposition wechselte Schmidt: der bemitleidenswerte Klaus Basikow bekam eine Pause verordnet, für ihn stand Heinz Rohloff zwischen den Pfosten. Im Defensivbereich erhielt dazu Jürgen Wähling den Vorzug vor Bernd Meißel. Es war dabei bereits das vierte Aufeinandertreffen mit der Geißbock-Elf in der Saison 1965/66 nach dem Hinspiel (0:6), dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal (1:1 n.V. in Köln, Januar 1966) sowie der erforderlichen Wiederholung in Berlin (0:2, Februar 1966).
Fataler Fehlstart
Die Partie begann dann allerdings noch schlimmer als die gegen die „Zebras“ vom vergangenen Spieltag. Schon in der ersten Minute brachte Krauthausen die Kölner in Führung, Kleinholz erhöhte kurz darauf auf 2:0. Zu allem Überfluss hatte sich zu diesem Zeitpunkt der bereits erwähnte Wähling schon am Arm verletzt und tauschte daraufhin die Position mit Peter Engler – konnte aber quasi die gesamte Spielzeit nur noch gehandicapt absolvieren. Ein neuerliches Desaster blieb Tasmania dann aber erspart, denn die Mannen um Horst Szymaniak stemmten sich mit aller Macht dagegen. Zu mehr sollte es aber auch nicht reichen in der Domstadt – Gefahr vor dem gegnerischen Tor blieb mit Ausnahme eines Schusses von Wolfgang Neumann nach einer Stunde so gut wie Fehlanzeige.
Tas bleibt chancenlos
Die wenigen Zuschauer im Müngersdorfer Stadion waren dann auch mit den weiteren zwei Treffern durch Regh und Löhr in der 2. Halbzeit nicht zufrieden zu stellen und quittierten das Dargebotene mit „Aufhören“-Rufen. Beim ersten Deutschen Meister der Bundesliga waren die Ansprüche höher und in der Tat konnte man vom Tabellen-4. wohl etwas mehr erwarten. Tasmania hingegen wusste nicht mehr als Schadensbegrenzung anzubieten, was nach dem total verpatzten Start in die Partie dann aber einigermaßen gelang. Daran hatte einmal mehr „Atze“ Becker, der laut Kicker „aufopfernd kämpft“ und deshalb sogar zum „Besten Spieler des Spiels“ gekürt wird, maßgeblichen Anteil. Von einem Achtungserfolg wie rund zwei Monate zuvor, als man in Köln im DFB-Pokal ein Unentschieden erzwingen konnte, blieb Tas diesmal aber weit entfernt.
Abstieg steht fest
Zu punkten wäre allerdings Grundvoraussetzung dafür gewesen, zumindest die theoretische Chance auf den Klassenerhalt noch zu wahren. Der 3:2-Sieg des FC Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt machte dann aber sämtliche (Vor-)Arbeit am Rechenschieber ohnehin überflüssig – mit Abschluss des 28. Spieltags stand also fest, dass der SC Tasmania 1900 sich definitiv am Ende der Spielzeit 1965/66 wieder aus der Bundesliga würde verabschieden müssen. Fünfzehn Punkte Rückstand auf den rettenden 16. Platz waren bei noch sechs ausstehenden Spielen nicht mehr aufzuholen.
Spieldaten
1. Bundesliga, Saison 1965/66, 28. Spieltag
Anstoß: Samstag, 02.04.1966, 16 Uhr
Stadion: Müngersdorfer Stadion, Köln
Zuschauer: 8.036 Zuschauer
Schiedsrichter: Josef Hager (Ludwigshafen)
Köln: Ewert – Pott, Regh – Hemmersbach, Weber, Sturm – Thielen, Kleinholz, Krauthausen, Sörensen, Löhr. Trainer: Knöpfle
Tasmania: Rohloff – Becker, Linder – Maeder, Wähling, Konieczka – Neumann, Engler, Rosenfeldt, Szymaniak, Usbeck. Trainer: Schmidt
Tore: 1:0 Krauthausen (1.), 2:0 Kleinholz (7.), 3:0 Regh (65.), 4:0 Löhr (84.).
Tasmania nach dem 28. Spieltag: 18. Platz, 5:51 Punkte, 11:92 Tore – 1 Sieg, 3 Unentschieden, 24 Niederlagen
Quelle: fussballdaten.de, kicker.de, Bundesliga-Chronik 1965/66 (Agon-Sportverlag, Kassel 2005)


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