19. März 1966
VfB Stuttgart –
SC Tasmania 1900 2:0 (0:0)
Nach dem Unentschieden zuhause gegen Kaiserslautern – das durch den späten Ausgleich der Gäste allerdings nicht unbedingt als Punktgewinn bezeichnet werden konnte – lieferte Tas auch beim VfB Stuttgart eine vergleichsweise ordentliche Leistung ab. „Die Tasmania wehrte sich tapfer“, beschrieb es der Kicker, aber „sie hat keine Stürmer, sonst hätte sie manchen Punkt mehr auf ihrem Pluskonto mehr.“ Längst hatte man sich eine Art eigenen Bewertungsmaßstab in der Presse „erarbeitet“: als abgeschlagenes Schlusslicht wurde man dabei durchaus wohlwollend begutachtet – während die Gegner oft ihr Fett abbekamen, wenn sie nicht entsprechend deutlich gewannen. An sich wurde die Partie am Neckar aber vernichtend beurteilt – eine Überschrift wie seinerzeit („Geht’s noch schlechter?) oder einen Auftaktsatz in der Spielkritik („Ohne Zweifel die miserabelste Begegnung in dieser Saison!“) dürfte man heutzutage jedenfalls in der Form nicht mehr zu lesen bekommen.
Eine runde Stunde 0:0
Nach vorne blieben die Neuköllner zwar weitgehend harmlos, obwohl Ingo Usbeck laut Kicker zu den besten zwei Spielern gehörte – dafür stand man in der Defensive über weite Teile des Spiels sehr kompakt. Eine gute Stunde lang ließ man im Neckarstadion nichts anbrennen bzw. war der Tabellen-13. im Abschluss zu schwach. Dann aber fand eine Flanke von Reiner den langen Weiß, der den Ball per Kopf ins Tor von Tasmania-Keeper Klaus Basikow wuchtete.
Am Ende ausgekontert
Die Gäste vermochten dem Geschehen in der Folge dann keine entscheidende Wende mehr zu geben. Als sie in der Schlussphase weit aufrückten, verlor Eckhardt Peschke als letzter Mann in Höhe der Mittellinie den Ball und lud dadurch Stuttgarts Waldner zu einem Sololauf ein, den dieser mit dem 2:0 krönte (87.). Das war natürlich die Vorentscheidung – zum 22. Mal in dieser Bundesliga-Saison verließ Tasmania den Platz mit leeren Händen. Dennoch lachte Trainer Heinz-Ludwig Schmidt nach Abpfiff: „Haben wir dem VfB einen Schrecken eingejagt. Wir schießen (sic!) halt keine Tore, sonst bin ich mit meinem Team zufrieden.“
Die verflixte 13 steht
Am Rückstand auf Platz 16 und den FC Schalke 04 änderte sich zwar nichts – die Knappen verloren zuhause gegen 1860 München –, doch die 13 Punkte Differenz blieben eine gewaltige Hypothek, die den Klassenerhalt nur noch theoretisch möglich machte..
Spieldaten
1. Bundesliga, Saison 1965/66, 26. Spieltag
Anstoß: Samstag, 19.03.1966, 16 Uhr
Stadion: Neckarstadion, Stuttgart
Zuschauer: 10.000
Schiedsrichter: Wilfried Hilker (Bochum)
Stuttgart: Sawitzki – Eisele, Menne – Sieloff, Seibold, Huttary – Waldner, Peters, Weiß, Pfisterer, Reiner. Trainer: Gutendorf
Tasmania: Basikow – H.-G. Becker, Linder – Maeder, Peschke, Meißel – Neumann, Engler, Rosenfeldt, Wähling, Usbeck. Trainer: Schmidt
Tore: 1:0 Weiß (67.), 2:0 Waldner (87.).
Tasmania nach dem 26. Spieltag: 18. Platz, 5:47 Punkte, 11:79 Tore – 1 Sieg, 3 Unentschieden, 22 Niederlagen
Quelle: fussballdaten.de, kicker.de, Bundesliga-Chronik 1965/66 (Agon-Sportverlag, Kassel 2005)


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