Tasmania in der Bundesliga – heute vor 60 Jahren

26. Februar 2026

26.Februar 1966:

SC Tasmania 1900 –

1. FC Nürnberg 0:1 (0:0)

Vor dem 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga hatte sich die Lage für den SC Tasmania 1900 weiter verfinstert. Trotz der (nur) knappen Niederlage beim FC Bayern zwei Wochen zuvor hatte sich der Rückstand zum rettenden Ufer auf 11 Punkte vergrößert. Dort stand der Karlsruher SC – und selbst Borussia Neunkirchen auf Platz 17 (seinerzeit stiegen nur zwei Mannschaften ab) konnte den Abstand zu den Neuköllnern auf sieben Zähler vergrößern.

Eine Woche später folgte dazu das Aus in der 1. Runde des DFB-Pokals. Im Januar hatte Tasmania durch ein spätes 1:1-Ausgleichstor von Klaus Konieczka beim 1. FC Köln eine Verlängerung erzwungen, in der es beim Unentschieden blieb. Somit wurde nach den damaligen Regularien ein Wiederholungsspiel in Berlin anberaumt. Am 19. Februar 1966 unterlag Tasmania dabei dem Deutschen Meister der allerersten Bundesliga-Saison (1963/64) mit 0:2 – beide Treffer für die Kölner erzielte Hennes Löhr.

Viel Druck – kein Torerfolg

Entsprechend der Ausgangslage gingen die Schützlinge von Heinz-Ludwig Schmidt gegen den 1. FC Nürnberg zu Werke und setzten ihn über weite Strecken des Spiels unter Druck. Zur Halbzeit wurden sie dafür von den 4.000 Unentwegten im Olympiastadion mit wohlwollendem Applaus in die Kabine verabschiedet. Allein: Zählbares wollte dabei wieder nicht herausspringen. Mal offenbarte Tasmania die bereits gewohnte Abschlussschwäche, mal war der ausgezeichnete „Club“-Torwart Roland Wabra zur Stelle, der allein sechs Großchancen zunichte machte. Zweimal konnte auch der Schlussmann des Tabellen-6. nichts mehr ausrichten – doch der Ball klatschte jeweils an die Querlatte.

Tas kalt erwischt

Beste Männer bei den Gastgebern waren „Atze“ Becker („..kämpfte bis zuletzt mit vorbildlichem Einsatz“, Kicker) und Bernd Meißel, der in der Defensive den Laden zusammenhielt gegen den allerdings weitgehend harmlosen Rekordmeister (zum damaligen Zeitpunkt 8-maliger deutscher Titelträger). In der Offensive dagegen wurde Horst Szymaniak als Passgeber vermisst – der deutsche Nationalspieler fehlte wegen einer Verletzung aus dem Länderspiel in England drei Tage zuvor erstmals und konnte so das Geschehen nur von der Tribüne des Olympiastadions verfolgen. So kam es, wie es kommen musste: zwölf Minuten vor dem Ende überwand der bis dahin abgetauchte Manfred Greif Tas-Torwart Klaus Basikow zum 0:1 – und anschließend brachten die Gäste den Vorsprung über die Zeit.

Abstieg vor Augen

Zu allem Überfluss spielte die „Konkurrenz“ in der 23. Runde komplett gegen Tasmania: der KSC besiegte zuhause den FC Bayern mit 1:0 und selbst (Mit-)Abstiegskandidat Neunkirchen bezwang Hannover 96 mit dem selben Resultat. Auf den ersten Nichtabstiegsplatz war nun der FC Schalke 04 abgerutscht, der beim Revierderby in Dortmund mit 0:7 untergegangen war. Tasmanias 13 Punkte Rückstand auf die Königsblauen bei elf noch ausstehenden Partien bedeuteten jedoch so etwas wie das endgültige Aus für das „Abenteuer Bundesliga“ in Neukölln. Trainer Schmidt hatte den Blick längst nach vorne gerichtet: „Bis auf Usbeck, den wir möglicherweise verlieren werden, spielte meine Mannschaft in der Besetzung, in der sie auch in der nächsten Saison in der Regionalliga spielen wird“ verriet er dem „Kicker“. Und: „Wenn man danach urteilt, konnte man mit ihrem Spiel gegen Nürnberg zufrieden sein.“

Spieldaten

1. Bundesliga, Saison 1965/66, 22. Spieltag
Anstoß: Samstag, 26.02.1966, 15 Uhr
Stadion: Olympiastadion, Berlin
Zuschauer: 4.000
Schiedsrichter: Karl Niemeyer (Bad Godesberg)

Tasmania: Basikow – Becker, Fiebach – Bruske, Meißel, Konieczka – Zeh, Wähling, Usbeck, Rosenfeldt, Sand. Trainer: Schmidt
Nürnberg: Wabra, Hilpert, Popp, Reisch, Wenauer, L. Müller, Allemann, Brungs, Strehl, Flachenecker, Greif. Trainer: Csaknady
Tor: 0:1 Greif (78.).

Tasmania nach dem 23. Spieltag: 18. Platz, 4:42 Punkte, 10:71 Tore – 1 Sieg, 2 Unentschieden, 20 Niederlagen

Quelle: fussballdaten.de, kicker.de