SC TASMANIA 1900 –
HAMBURGER SV 0:4 (0:1)
Die Ausgangssituation
Die Gäste aus der Hansestadt waren zwar mit einer Niederlage (0:1 gegen Frankfurt) ins Jahr 1966 gestartet, konnten sich dann aber mit zwei Siegen gegen Braunschweig und Neunkirchen auf einen einstelligen Tabellenplatz vorschieben. Auf Platz 9 sollten sie dann auch am Ende der Saison 1965/66 abschließen (34:34 Punkte), obwohl sie gerade in der Phase zu Jahresbeginn 7-mal ungeschlagen blieben (plus 2-mal im DFB-Pokal). Trotz allem kam es im April beim HSV zu einer „Spielerrevolte“ gegen Trainer Gawliczek, der in der Folge durch den ehemaligen Hertha-Trainer Josef „Jupp“ Schneider ersetzt wurde. Tasmania hatte zu diesem Zeitpunkt bekanntlich selbst längst den Trainer gewechselt – auf Franz Linken (Punktschnitt: 0,25 pro Spiel* – 2 Zähler pro Sieg) folgte nach dem 12. Spieltag Heinz-Ludwig Schmidt (0,23 pro Spiel bis Saisonende).
Frühe HSV-Führung
Etwaige Hoffnungen der Neuköllner auf Zählbares wurden auch an diesem Februarnachmittag durch den frühen Rückstand in der 9. Minute schnell durchkreuzt: eine Kombination der Dörfel-Brüder Bernd und Gert konnte Ersterer schließlich zum Führungstreffer nutzen. Trotz alledem steckten die Tasmanen nicht auf und hielten die Partie lange offen. Vor allem Mittelfeldspieler Horst Szymaniak und Angreifer Ingo Usbeck konnten das eine oder andere Mal für Gefahr vor dem Gehäuse des HSV-Keepers Schnoor sorgen.
Doppelschlag entscheidet
Das Spiel auf tiefem Geläuf kostete allerdings Kraft und der Gast spielte seine Vorteile diesbezüglich dann im zweiten Durchgang gnadenlos aus. Ein Doppelschlag um die 60. Minute herum ließ die letzten Zweifel über den Ausgang der Partie verschwinden: erst war Krug erfolgreich, dann traf der Vorbereiter des 0:1, Gert „Charly“ Dörfel, selbst zum 0:3. Und auch Uwe Seeler, der nach Verletzungspause auf der ungewohnten Rechtsaußenposition aufreibenden Zweikämpfen noch etwas aus dem Weg gehen sollte, erzielte „sein“ Tor zum Endstand von 0:4.
Weiter 10 Punkte Rückstand
Schwacher Trost des Nachmittags: der Abstand von zehn Punkten auf den rettenden Platz 16 blieb immerhin erhalten. Dort war nun der 1. FC Kaiserslautern gelandet, dessen Partie bei Spitzenreiter TSV 1860 München abgesagt worden war. Der bisherige 16., der Karlsruher SC, trotzte dagegen zuhause Borussia Dortmund einen Punkt ab. Der Vorletzte aus Neunkirchen wiederum konnte keinen Boden gut machen – die Borussia unterlag Bayern München auf eigenem Platz mit 0:4.
Spieldaten
1. Bundesliga, Saison 1965/66
Anstoß: Sa. 05.02.1966 14:30
Stadion: Olympiastadion, Berlin
Zuschauer: 7000
Schiedsrichter: Heinz Fischer (Augsburg)
Tasmania: Rohloff– H.-G. Becker, Fiebach – Wähling, Meißel, Konieczka – Engler, Szymaniak, Zeh, Rosenfeldt, Usbeck. Trainer: Schmidt
Hamburg: Schnoor – Sandmann, Kurbjuhn – Giesemann, Schulz, Strauß – U. Seeler, Pohlschmidt, B. Dörfel, Krug, G. Dörfel. Trainer: Gawliczek
Tore: 0:1 B. Dörfel (9.), 0:2 Krug (58.), 0:3 G. Dörfel (63.), 0:4 U. Seeler (73.)
Tasmania nach dem 21. Spieltag: 18. Platz, 4:38 Punkte, 9:68 Tore – 1 Sieg, 2 Unentschieden, 18 Niederlagen
Quelle: fussballdaten.de, kicker.de


Kategorien