Sieg im Spitzenspiel

2. März 2026

Tasmania setzt sich mit 2:1 bei „47“ durch

Natürlich schaute Fußball-Berlin am Sonntag mit Spannung auf das Duell der beiden Erstplatzierten in der NOFV-Oberliga Nord – auch wenn klar war, dass am 19. Spieltag keine Vorentscheidung fallen würde, und beide Teams nur auf den ersten Blick sechs Punkte trennten (47 ist bekanntlich noch mit zwei Spielen in der Hinterhand). Aber eine „Duftmarke“ hätte, so die Ausgangslage, der Sieger gegenüber dem Konkurrenten schon setzen können – und auch bezüglich der Meisterschaft, in der diesmal wieder das Rennen nur über Lichtenberg 47 sowie den SV Tasmania laufen wird. Die Gastgeber mussten dabei u.a. auf Millgramm und Reiniger (erst spät eingewechselt) verzichten, beim Spitzenreiter fehlte immerhin mit Pedro Vitor Cruz Magalhaes der beste Torjäger, der durch Jean Paul Ajala-Alexis vertreten wurde, wegen einer Gelb-Sperre.


LICHTENBERG 47 –
SV TASMANIA 1:2 (1:2)

TASMANIA: Mika – Mema, Baca, Beyreuther – Yayla, Danko (46. Baak) – Mensah (71. Steinhauer), Yajima, Labbouz – Ajala-Alexis (71. Grigoriadis), Amamoo (87. Ulrich)
TORE: 1:0 Gruber (28.), 1:1 Danko (30.), 1:2 Amamoo (32.)
SPIELBESUCH: 1.252 Zahlende im Hans-Zoschke-Stadion


Drei Tore in 6 Minuten

Die Partie begann sofort mit einem „Knalleffekt“, denn Kerem Yayla bekam für seinen harten Einsatz im Kampf um den Ball schon in der zweiten Minute die Gelbe Karte. In der Folge zeigte sich, dass beide Mannschaften auch mit einem gewissen Respekt und mit schwierigen Platzbedingungen zu kämpfen hatten im Hans-Zoschke-Stadion, das aber mit über 1.200 Zuschauern aber eine standesgemäße Kulisse erlebte. Die Gastgeber drängten erwartungsgemäß zunächst nicht auf den Ballbesitz, sodass sich Tas klare Feldvorteile erarbeitete – außer einem 20-Meter-Schuss von Youssef Labbouz, der 47-Torwart Dieseler keine Probleme bereitete, aber nichts Nennenswerstes zustande brachte. Auch, weil viele der verheißungsvollen Spielzüge am letzten Pass bzw. durch Ballverluste scheiterten – und als Tasmania im Aufbau ein Fehler unterlief, den die Lichtenberger mit ihrer ersten Chance über Gawe und final Gruber zum 1:0 nutzten, schwante manchem Tas–Fan Böses. Schließlich hatte man bei den letzten Gastspielen öfters mehr Spielanteile, um dann doch in Rückstand zu geraten (diesmal dauerte es nur länger) und letztlich noch empfindliche Niederlagen einzufahren. Doch ehe sich die Sorge um eine zähe Aufholjagd beim erfreulich zahlreich erschienenen blau-weiß-roten Anhang breit machen konnte, gab die Mannschaft die richtige Antwort: denn nur drei Minuten nach dem Rückstand gelang der 1:1-Ausgleich. Eine von Shean Mensah getretene Ecke fand den nicht gedeckten David Danko im Strafraum, der per Kopf ins Tor traf – eine lupenreine Koproduktion zweier Winterzugänge also. Dem noch nicht genug, bekamen die Neuköllner nur weitere zwei Zeigerumdrehungen später einen Freistoß in aussichtsreicher Position zugesprochen – und Nathaniel Amamoo (Foto) zirkelte diesen aus 18 Metern sehenswert über die 47-Mauer zum 1:2 in den Winkel. In der Folge wurde die Führung gegen immer noch nicht allzu zwingende Hausherren verteidigt, während Labbouz mit einem Solo über links und dem Abschluss ans Außennetz noch einmal unmittelbar für Torgefahr sorgen konnte.

Tas lässt nichts zu

Tasmania durfte zur Pause also zufrieden mit dem Spielstand und -verlauf sein – einzig die bereits drei Gelben Karten (außer Yayla waren noch Mensah und Rintaro Yajima verwarnt worden) sorgten für etwas Kopfschmerzen angesichts einer eventuell drohenden Unterzahl. Das wieder im weiß-blauen Jubiläumstrikot angetretene Team machte seinen Job aber auch im zweiten Durchgang stabil, obwohl Danko (Probleme am Ellenbogen) in der Kabine bleiben musste. Der für den Torschützen eingewechselte Florian Baak aber schloss die Lücke nahtlos, sodass man den 47ern in spielerisch etwas dürftigeren zweiten 45 Minuten praktisch keine Torchance zuließ. Mensah hatte hingegen die Entscheidung auf dem Fuß, traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz (59.) – aus vergleichbarer Position konnte dazu Yayla den Ball nicht mehr an Dieseler vorbeibringen (78.). Der 19-Jährige überstand dabei die komplette Spielzeit auf dem Platz, ohne eine zweite Gelbe Karte zu kassieren und dafür gegen den Ball zu vorsichtig vorzugehen – selbiges galt für den unmittelbar nach seiner Einwechslung ebenfalls verwarnten Rico Steinhauer. Die 47er brachten dann in den Schlussminuten noch den angeschlagenen Reiniger, der allerdings von der durch Neuzugang Fatih Baca (Foto) stark organisierten Abwehr in Schach gehalten werden konnte.

Premiere in Klosterfelde

Bereits an diesem Freitag tritt die Oberligamannschaft im Rahmen des 20. Spieltags der NOFV-Oberliga Nord erstmals in Klosterfelde an – der Anstoß erfolgt um 20 Uhr auf dem Sportplatz an der Mühlenstraße in Wandlitz. Das Hinspiel gegen die SG Union im Werner-Seelenbinder-Sportpark (September 2025) endete dabei torlos – der Aufsteiger aus dem Barnim ist mit inzwischen 29 Punkten auf den vierten Rang vorgestoßen und dadurch hinter Tas aktuell das zweitbeste Team in der Formtabelle (Quelle: fupa) der Nord-Staffel. Nach dem 9. Spieltag (acht Punkte, Rang 13) kam es zur Trennung vom an der Oderstraße wohlbekannten SG-Aufstiegstrainer Kevin Hetzel (inzwischen SG Schöneiche / Brandenburgliga), danach war Mesut Özcan übergangsweise an der Seitenlinie tätig (4 Siege, 3 Niederlagen). In der Winterpause kam dann Lucio Geral (Foto, zuvor u.a. Mahlsdorf, Viktoria, Zepernick) zur SGU, unter seiner Leitung wurden alle drei Partien in diesem Jahr gewonnen. Damit sind die Klosterfelder im Übrigen auch aktuell der einzige Verein in der Oberliga Nord, der alle Spiele absolvieren konnte.