Platz 1 verteidigt

27. April 2026

TURBULENTER HEIMSIEG GEGEN ANKER WISMAR

Gegenüber dem 3:0-Sieg bei Viktoria am vorgergehenden Sonntag tauschte das Trainerteam nur auf einer Position – und das gezwungenermaßen, denn Deji Beyreuther meldete sich kurzfristig verletzt ab. Florian Baak rückte für ihn in die Abwehrzentrale neben Fatih Baca – es war der erste Startelfeinsatz seit dem Spiel in Klosterfelde (0:2), bei dem der 27-Jährige vom Platz gestellt worden war. Für die Neuköllner galt es in diesem Freitagabendspiel dabei, mit einem Dreier vorzulegen, um die Tabellenführung gegenüber Lichtenberg 47 zu behaupten und den Kontrahenten im Aufstiegsrennen unter Druck zu setzen. Der erste Teil sollte dabei mit dem 5:3-Erfolg in Erfüllung gehen, auch wenn es zwischenzeitlich noch einmal unnötig spannend wurde. Die 47er wahrten am Sonntag jedoch den Rückstand von einem Zähler durch einen Last-Minute-Sieg gegen Neustrelitz (2:1).


SV TASMANIA –
FC ANKER WISMAR 5:3 (3:1)

TASMANIA: Mika – Yayla, Baca, Baak, Labbouz – Mensah (78. Steinhauer), Yajima (74. Bokake-Befonga), Danko (63. Kaiser), Amamoo (74. Ramos) – Ajala-Alexis (74. Ulrich), Cruz Magalhaes,
TORE: 0:1 Meyer (11.), 1:1 Kurth (32., Eigentor), 2:1 Amamoo (35.), 3:1 Mensah (45.), 4:1 Cruz Magalhaes (58., Foulelfmeter), 4:2 Hurtig (69.), 4:3 Hauer (77.), 5:3 Baca (84.)
GELB-ROTE KARTE: Kodanek (39., FC Anker)
SPIELBESUCH: 200 Zahlende im Werner-Seelenbinder-Sportpark


Zur Pause alles im Lot

Das übliche Bild der letze Wochen ergab sich auch bei diesem Spiel: der Gegner stand tief und Tasmania suchte geduldig die Lücke im Defensivverbund. Die Mannschaft des FC Anker Wismar stellte es dabei anfangs geschickt an, ließ nicht viel zu – und ging obendrein in Führung. Nach einem Abstimmunsgproblem bekam Meyer den Ball auf der rechten Seite innerhalb des Strafraums und überwand den machtlosen Mateusz Mika mit einem raffinierten Chipball in den linken Winkel. Doch die Neuköllner drängten, wenn auch zunächst erfolglos, auf den Ausgleich: ein Baca-Kopfball nach Eckstoß ging über die Latte (15.), Shean Mensah verpasste eine Eingabe von Kerem Yayla (17.) und letzterer verfehlte mit einem Distanzschuss das Ziel (20.). Nach einer guten halben Stunde ging der Knoten dann aber plötzlich auf, als Baca nach einer Flanke über die Anker-Abwehr den Ball zunächst an den Pfosten schoss – im anschließenden Tohuwabohu hatte der Ball dann aber die Linie überquert, offenbar hatte Wismars Torwart Kurth daran entscheidenden Anteil. Nur drei Minuten später sorgte Nathaniel Amamoo dann sogar für das 2:1 und es ging weiter Schlag auf Schlag. Anker-Kapitän Kodanek sah binnen weniger Minuten seine zweite Gelbe Karte und flog damit vom Platz – Wismars Coach Fink beschwerte sich und sah sogar glatt Rot, weil er dabei knapp ins Feld getreten war. In dieser Phase spielte also alles den Blau-Weiß-Roten in die Karten – zumal Mensah mit dem Pausenpfiff aus halbrechter Position schön ins lange Eck auf 3:1 erhöhte.

Plötzlich wieder Spannung

Nach dem Wechsel kontrollierte Tasmania weiter das Geschehen und erzwang nach einem Foul an Youssef Labbouz einen Strafstoß, den Pedro Vitor Cruz Magalhaes zum 4:1 nutzte – damit schien nach einer knappen Stunde die Angelegenheit erledigt. Kurz nachdem aber ein Schuss des eingewechselten Daniel Kaiser zur Ecke abgelenkt wurde, war Tas bei einem Gegenzug defensiv nicht gut sortiert und Hauer verkürzte auf 4:2. Und während Mensahs Versuch gerade noch von Anker geblockt werden konnte (70.), stimmte die Balance zwischen Offensiv- und Defensivspiel wenig später erneut nicht. Die Folge: Hauer traf trotz Unterzahl zum 4:3 und das Spiel schwankte nun hin und her. Für Wismar ergab sich dabei sogar eine Ausgleichschance, die die Ostseestädter diesmal jedoch nicht nutzten. Stattdessen spielte Baca auf der anderen Seit nach einer Ecke auf den langen Pfosten seinen Größenvorteil aus und köpfte zum entscheidenden 5:3 ein. Damit hatte Tasmania die drei Punkte nun endgültig sicher unter Dach und Fach gebracht.

Sonntag in Neustrelitz

Vier Spieltag vor Saisonende bleibt die Ausgangslage an der Spitze der NOFV-Oberliga Nord also unverändert: Tasmania (58 Punkte) steht mit einem Zähler vor Lichtenberg 47 (57 P.) an der Spitze. Der Verfolger nahm dabei die Hürde gegen unseren kommenden Gegner, die TSG Neustrelitz (So., 14 Uhr), dank eines knappen 2:1-Siegs mit der Entscheidung erst in der Nachspielzeit. Die Residenzstädter (46 P.) konnten dabei nachweisen, weshalb sie derzeit Tabellendritter sind – im Parkstadion hingen die Trauben für Tas dazu bisher hoch (seit 2019: 1 Unentschieden, 3 Niederlagen). Die Lichtenberger wiederum müssen bereits am Freitag bei der formstarken SG Union in Klosterfelde (4. Platz) bestehen.