Tas verliert auch drittes Saisonspiel – und Torwart Mika wegen Notbremse
Ein weiter Trip unter der Woche zum Tabellendritten: die Aufgabe für den SV Tasmania am 3. Spieltag beim FC Rot-Weiß Erfurt hatte es zweifelsohne in sich. Mit der letztlich deutlichen 0:6-Pleite vor knapp 7.000 Zuschauern im Steigerwaldstadion hatte dann aber wohl doch niemand im Lager der Neuköllner gerechnet. Wurden die Fehler dabei anfangs von den Gastgebern noch nicht bestraft, brachen wie am 1. Spieltag in Magdeburg nach dem 0:1 jedoch die Dämme. Diesmal setzte es dabei „nur“ drei Gegentore vor der Pause, spätestens der Platzverweis gegen Torwart Mateusz Mika nach einer knappen Stunde wegen einer Notbremse machte eine etwaige Aufholjagd jedoch zu einem aussichtslosen Unterfangen. Das Trainerteam hatte dabei diesmal wieder auf eine Dreierkette (gegen den Ball also mit fünf Spielern in letzter Reihe) gesetzt, in der Felix Rehder (Foto) sein Pflichtspieldebüt für Tas über die vollen 90 Minuten bestritt. Er ersetzte Tahsin Cakmak, der zunächst auf der Bank Platz nahm – dazu gab Ensar Bekdemir sein Startelfdebüt an Stelle von Kerem Yayla, der im Kader fehlte.
FC ROT-WEISS ERFURT –
SV TASMANIA 6:0 (3:0)
TASMANIA: Mika – Eder, Baca, Rehder – Wostrikow (58. Jakob), Yajima – Bekdemir (46. Cakmak), Beyazit (46. Labbouz), Mensah (62. Grigoriadis), Beyreuther – Berko (58. TW Höftmann)
TORE: 1:0 Dreca (31.), 2:0 Assibey-Mensah (35.), 3:0 Felßberg (45.+3), 4:0 Ikene (69.), 5:0 Forkel (83.), 6:0 Fehler (90.+4)
SPIELBESUCH: 6.873 Zahlende im Steigerwaldstadion, Erfurt
ROTE KARTE: Mika (56., Tasmania)
3 Gegentore ab der 30. Minute
Das Ziel, kompakt zu stehen, wurde praktisch von Beginn an kaum erreicht, da die Erfurter sich verlorene Bälle schnell wieder zurückeroberten oder durch ungenaue Pässe von Tasmania wieder in dessen Besitz kamen – sich aber auch offensiv immer wieder durchsetzen konnten. Allerdings nutzten sie diese Situationen zunächst nicht aus: vor allem der agile Assibey-Mensah setzte sich über die Flügel oft durch, seine Vorarbeit (10.) sowie die Abschlüsse von der Strafraumgrenze (18.) und innerhalb der Box (geblockt von Ensar Bekdemir – 28.) führten jedoch nicht zum Torerfolg. Dazu musste Torwart Mika einmal per Faustabwehr klären (20.) – auf der Gegenseite hatte Otto mit einem abgefälschten Schuss von Abdulkadir Beyazit ebenso keine Mühe (11.) wie mit dem von Shean Mensah (Foto), der an der rechten Ecke des 16ers sein Glück nach einer gelungenen Kombination versucht hatte (24.). Bezeichnenderweise fiel das 1:0 für RWE dann nach einem Abstoß von Mika: der Ballverlust im Luftduell am Mittelkreis war dabei noch verzeihbar, allerdings öffnete Erfurt das Spiel daraufhin über die rechte Seite, wo Felßberg ungestört auf und davon gehen und in der Folge Dreca dessen Flanke einnicken konnte. Auch das 2:0 nur vier Minuten später entstand mit „doppelter Einladung“: zweimal kam die „Spieleröffnung“ aus der Defensive postwendend zurück und Assibey-Mensah konnte sich am Ende genug Zeit für einen Schlenzer aus der Distanz nehmen. Kurz vor der Pause dann aber die beste Gelegenheit für die Blau-Weiß-Roten, zum Torerfolg zu kommen: eingeleitet von Fatih Baca, lief der Ball über Erich Berko zu Danil Wostrikow, der mit Beyazit Doppelpass spielte, dann aber im Strafraum knapp am linken Pfosten vorbeischoss (41.). Bitter: statt des möglichen 2:1 ging man mit einem 3:0 in die Kabine, weil die Tas-Deckung bei einem Einwurf nicht im Bilde war und Felßberg am langen Pfosten eine Kopfballverlängerung nur noch eindrücken musste.
Nach Mika-Rot alles vorbei
Zur Pause tauschte Tasmanias Trainerteam zweimal: Beyazit und Bekdemir blieben draußen, dafür kamen Tahsin Cakmak und Youssef Labbouz in die Partie. Zunächst aber blieb es quasi unverändert beim „Privatduell“ zwischen Assibey-Mensah und Tas-Keeper Mateusz Mika (Foto), der zweimal per Fußabwehr Schlimmeres verhinderte. Bei einem Pass in die Tiefe war Erfurts Angreifer (in abseitsverdächtiger Position) dann frei durch und Mika verließ den Strafraum, um den Ball erneut wegzugrätschen. Assibey-Mensah jedoch war einen Tick schneller dran, trat in vollem Lauf auf den Fuß unseres Torwarts und kam danach zu Fall. Der Schiedsrichter erkannte eine Notbremse und stellte Mika vom Platz, der sogar vom Erfurter Publikum mit aufmunterndem Beifall verabschiedet wurde. So kam Ersatztorwart Elias Höftmann (eingewechselt für Berko) zu seinen ersten Pflichstspielminuten 2026/27 und sah gleich den fälligen Freistoß von Falcao am rechten Winkel vorbeifliegen (59.). In Unterzahl sollte es nun aber erst recht zu einer „Mission Impossible“ werden, auch wenn defensiv bei zwei Standards – einer von Ikene direkt eingeköpften Ecke sowie einem erneut verlängerten Einwurf durch Forkels Kopfball – erneut besser hätte verteidigt werden können. Bei einem Freistoß an die Latte durch den Schützen des 5:0 lag dann das halbe Dutzend bereits in der Luft, das letztlich aber Fehler voll machte, als er in der Nachspielzeit einen Pass in die Tiefe an Höftmann vor bei zum 6:0-Endstand ins Tas-Tor spitzelte.
Samstag in Luckenwalde zählt es
Ohne jeglichen Punktgewinn (und nicht zuletzt auch mit schon 13 Gegentoren) ziert der SV Tasmania nun das Ende der Tabelle – und ist so am Samstag beim FSV Luckenwalde (14 Uhr, Werner-Seelenbinder-Stadion – Luckenwalde) bereits unter gewissem Zugzwang. Der Tabellen-13. konnte nach zwei Niederlagen zum Start beim RSV Eintracht (0:3) und gegen Lok (1:3) zuletzt einen 1:0-Erfolg in Magdeburg einfahren – und machte dabei vor, wie schnell man (noch) mit einem Dreier in der Tabelle einen großen Sprung vollziehen kann.


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