1:5-Heimniederlage gegen Jena
Unter dem Strich mag am Freitagabend eine (weitere) herbe Niederlage gestanden haben, und sicher wirft die aktuelle Zwischenbilanz unserer Regionalligamannschaft Fragen auf – für Außenstehende allerdings vielleicht durchaus andere als bei jenen, die die 1:5-Niederlage gegen den FC Carl Zeiss Jena vor Ort mitverfolgt haben. Denn die Deutlichkeit des Endergebnisses war bis eine Viertelstunde vor Spielende alles andere als abzusehen. Dass nach dem 1:3 durch den zweiten Elfmeter des Abends gegen die Neuköllner die Köpfe heruntergingen, sollte gerade in der angespannten Tabellensituation eigentlich nicht sein – ist aber sicher auch „menschlich“. Die Gäste waren bis zu diesem Zeitpunkt jedenfalls alles andere als im Hurra-Stil im Werner-Seelenbinder-Sportpark aufgetreten und konnten erst in der Schlussphase mit dem moralischen Vorteil im Rücken nochmal kräftig am Ergebnis drehen. Vielmehr hätte das Geschehen vor allem in der ersten Hälfte aus Sicht Tasmanias auch durchaus einen glücklicheren Verlauf nehmen können (s. Spielbericht in der Folge).
Bestandsaufnahme 2026/27

Nach elf Spieltagen nehmen die negativen Zahlen allerdings langsam auch eine deutlichere Form und Aussagekraft an: nur ein Sieg, aber acht Niederlagen – bei den zwei Unentschieden fehlte wiederum jeweils die Abgeklärtheit, den möglichen Dreier einzufahren. 36 Gegentore (also mehr als drei pro Partie) sind mit Abstand die meisten der Liga – allein zehn davon in den letzten beiden Heimspielen gegen Widersacher, die selbst unter Druck standen. Bei den erzielten Toren (13 bedeuten gemeinsam mit zwei weiteren Klubs immerhin Rang 13 in dieser Wertung) sieht die Situation dagegen akzeptabel aus. Da diese Saison wegen des direkten Aufstiegs des Nordost-Meisters in die 3. Liga sowie von dort mit keinem Nordost-Absteiger zu rechnen ist (der FC Hansa als einzig möglicher „Kandidat“ wird eher nicht zu den Klubs mit Abstiegssorgen gezählt), am Ende wohl nur ein Klub in die Oberliga gehen muss, bleibt die Lage dennoch kritisch, wenn der bisherige Punktschnitt nicht erhöht werden kann. In den neun Begegnungen bis zur Winterpause (nach dem 20. Spieltag) geht es dabei nur zweimal gegen Widersacher, die aktuell in unmittelbarer Reichweite liegen (RSV Eintracht, Hertha II) – aber viermal gegen solche, die unter den Top 6 stehen, sowie dreimal gegen Teams aus dem (unteren) Mittelfeld.
Personalien zum Spiel
Neben dem Top-Schützen Erich Berko (5 Tore) stand gegen Jena mit Tahsin Cakmak ein weiterer Startelfspieler der Vorwoche nicht im Kader – dafür waren Amar Numic und Rintaro Yajima von Beginn an dabei.
SV TASMANIA –
FC CARL ZEISS JENA 1:5 (1:2)
TASMANIA: Höftmann – Rehder, Collins, Baca (81. Grigoriadis), Labbouz – Janeš (85. Agbaba), Wostrikow – Mensah (71. Yayla), Yajima, Numic (71. Beyazit) – Cruz Magalhaes
TORE: 0:1 Wollschläger (19., Foulelfmeter), 0:2 Löder (28.), 1:2 Yajima (29.), 1:3 Fritz (73., Foulelfmeter), 1:4 Teuber (83.), 1:5 Eshele (90.+2)
SPIELBESUCH: 1.001 Zahlende im Werner-Seelenbinder-Sportpark
NÄCHSTES SPIEL: Sonntag, 04.10. (14 Uhr), gegen VSG Altglienicke (POKAL) – Werner-Seelenbinder-Sportpark; Freitag, 09.10. (19 Uhr), beim FSV Zwickau (LIGA) – GGZ-Arena
„Unglückliches“ 1:2 zur Pause
Zu erleben war eine anfangs – nach zwei Niederlagen zuvor – eher verhaltene Gästeelf, die Tasmania erst einmal das Spiel überließ. So hatten die Gastgeber auch zu Beginn mehr Ballbesitz, kamen dazu durch Pedro Vitor Cruz Magalhaes nach einer Viertelstunde zur ersten gefährlichen Torannäherung. Kurz darauf „zog“ Wollschläger jedoch gegen Danil Wostrikow einen Foulelfmeter, als er in aussichtsloser Situation im Strafraum (an der Grundlinie mit dem Rücken zum Tor) mit dem Bein einhakte und zu Boden ging – der „Gefoulte“ verwandelte dann zur Gästeführung, obwohl Elias Höftmann noch dran war. Unglücklich lief auch die nächste Angriffsszene der Neuköllner, als Cruz Magalhaes dem Abschluss von Yajima nicht mehr aus dem Weg zu gehen vermochte (26.) – der Schuss des Japaners hätte ansonsten wohl gepasst. Stattdessen verlor Tasmania kurz darauf nach einem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte den Zugriff und die Thüringer schlossen den Konter durch Löder, der den aufgerückten Torwart nicht gut aussehen ließ, zum 0:2 ab. Doch dass der Gegner eigentlich gerade in keiner guten Saisonphase steckte, bewies sich im Gegenzug, als Tasmania klasse kombinierte und Rintaro Yajima (Foto) die Hereingabe von Jamilu Collins zum schnellen Anschluss einköpfte. Shean Mensah scheiterte wenig später aus spitzem Winkel an FCC-Keeper Härting, wieder nur drei Minuten darauf dann ein echter Aufreger: nach Mensah-Flanke wurde zunächst Felix Rehder im Luftduell von Butzen weggecheckt. Legt man den ersten Elfmeterpfiff des Abends zu Grunde, wäre hier bereits eine Ahndung mit Straftoß möglich gewesen – stattdessen lief die Szene weiter, und Jena-Verteidiger Talabidi blockte eine Flanke von Numic mit dem Arm. Doch auch hier blieb der Pfiff des Schiedsrichters aus, vielmehr gab er für die Beschwerde des jungen Flügelspielers sogar noch Gelb. Der Ausgleich wäre vor der Pause also möglich und auch verdient gewesen – doch einmal waren die Hausherren auch nochmal im Glück, als Höftmann per Fuß gegen Werner klären konnte. Ein 1:3 vor der Pause wäre wohl einer Eisdusche und einer Art Vorentscheidung gleichgekommen.
Jena lässt kaum noch etwas zu
Nach dem Wechsel allerdings konnte Tas den Gegner dann trotz des knappen Rückstands kaum noch in Bedrängnis bringen – ein nun besser aufgestellter Gegner hielt das Geschehen jedenfalls größtenteils unter Kontrolle. Nach einem Flankenlauf von Mensah versprang Yajima im Zentrum der Ball noch komplett (47.), danach war nach vorne vorerst Funkstille. Auch Jena kam nur nach einem Freistoß durch einen Fritz-Kopfball gefährlich zum Abschluss (56.) – das war es bis in die Schlussviertelstunde an Torgefahr im zweiten Durchgang. Erst der zweite Elfmeter des Abends für Jena sollte dann noch eine „Torflut“ für die Gäste auslösen. Fatih Baca verlängerte einen Pass in die Tiefe unfreiwillig zu Eshele, der ein zugegebenermaßen riskantes Herauslaufen Höftmanns zum „Ziehen“ des nächsten Elfmeters nutzte – ob letztlich überhaupt eine Berührung vorlag, konnten selbst die TV-Bilder später nicht klären. Möglicherweise gehört zum Lernprozess der Blau-Weiß-Roten in der Regionalliga auch dazu, solche Situationen selber öfter „clever“ heraufzubeschwören. In jedem Fall nützte es nichts: Fritz traf vom Punkt zum 1:3, obwohl Höftmann wieder in der richtigen Ecke war. Moral und Widerstandskraft bei Tasmania gingen nun zur Neige, sodass der FC Carl Zeiss noch zwei weitere Treffer nachlegen konnte – die Neuköllner waren beim Stand von 1:4 noch einmal durch einen Freistoß von Kosta Grigoriadis (Foto) gefährlich geworden (88.).
Erst Pokal-Hit, dann Liga-Fernfahrt
Am kommenden Wochenende pausiert die Regionalliga Nordost wegen der Landespokal-Wettbewerbe – der SV Tasmania trifft dann in der 3. Runde auf den Titelverteidiger und Ligakonkurrenten VSG Altglienicke (Sonntag, 14 Uhr – Werner-Seelenbinder-Sportpark). In der Liga geht es dann am Freitag, den 09. Oktober, zum FSV Zwickau – Anstoß in der GGZ-Arena ist um 19 Uhr.


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