Tasmania gewinnt verdient mit 3:0 bei Viktoria
Wenn der Spitzenreiter beim abgeschlagenen Tabellenletzten antritt, gibt es nicht viel zu gewinnen – so war dann auch am Sonntag die Ausgangslage für die Oberligaelf des SV Tasmania bei Viktoria Berlin. Die äußeren Umstände waren dabei schon ungemütlich: schließlich wurde die Partie auf dem Kunstrasenfeld neben dem Stadion ausgetragen, dazu bestimmten Regen und Wind die allgemeine Wetterlage während des Spiels. Und auch der Gegner erwies sich als unbequem: die „Himmelblauen“ – ohne Schlüsselspieler wie Küc, Güleryüz oder Wittek – traten giftig auf und ließen auch trotz Rückstands bis zum Schluss nicht nach. Unser Trainerteam stellte personell gegenüber der Startelf vom 3:0 über Makkabi nur einmal um: Kerem Yayla kehrte auf der rechten Defensivseite in die Startelf zurück, Deji Beyreuther rückte dafür an Stelle des fehlenden Tim Häußler in die Zentrale. Dazu wurde erneut mit der Doppelspitze im 4-4-2-System operiert.
VIKTORIA BERLIN –
SV TASMANIA 0:3 (0:1)
TASMANIA: Mika – Yayla (80. Baak), Baca, Beyreuther, Labbouz – Mensah, Yajima, Danko (80. Günay), Amamoo (85. Bokake-Befonga) – Ajala-Alexis (57. Kaiser), Cruz Magalhaes (80. Ulrich)
TORE: 0:1 Labbouz (36.), 0:2 Amamoo/Eigentor (76.), 0:3 Mensah (87.)
SPIELBESUCH: 69 Zahlende im Stadion Lichterfelde (KR)
Labbouz trifft vor der Pause
Von Beginn an fand die erwartete Rollenverteilung statt: Tasmania suchte mit viel Ballbesitz die Lücke gegen tief stehende und auf Umschaltspiel setzende Gastgeber. So wies die Chancenliste zur Pause eine eindeutige Verteilung auf: zunächst war Shean Mensah (2., 15.) zweimal auffällig in Erscheinung getreten, danach Jean Paul Ajala-Alexis (17., 29.). Auch bei zwei Freistößen – erst hatte sich Yayla (21.), dann Beyreuther (25.) versucht – war der auf der Linie starke Pohlmann im Tor der Lichterfelder zunächst nicht zu überwinden. Dann aber zeigte auch er sich machtlos, als Youssef Labbouz (Foto) aus dem Getümmel heraus den Ball zum 0:1 ins Tor stocherte. Nur kurz darauf zwang dann David Danko aus 17 Metern den Viki-Schlussmann zu einer Glanztat (38.). Als sich die Neuköllner dann mit dem 0:1 zur Pause begnügt zu haben schienen, brachten die Hausherren erstmals eines ihrer Umschaltspiele auch zum Abschluss. Torjäger Tchadjei (10 Saisontreffer) deutete mit einem Schuss vom Strafraumrand seine Gefährlichkeit an, doch Mateusz Mika vereitelte den möglichen Ausgleich (45.+1).
Amamoo leitet Entscheidung ein
Nach dem Wechsel hielt Viktoria die Linien weiterhin dicht zusammen und die Blau-Weiß-Roten kamen weniger zu konkreten Chancen. Nach einer guten Stunde hielt Pohlmann dazu seine Farben bei einem Kopfball von Nathaniel Amamoo (Foto) (62.) weiter im Rennen, kurz darauf hatte er auch einen unplatzierten Versuch von Labbouz aus zehn Metern im Griff (65.). Im Gegenzug meldeten sich die Gastgeber aus 22 Metern zurück, doch der Ball ging über die Latte. Zehn Minuten später verpasste Tas durch einen Kopfball von Danko, den Pohlmann hielt, erneut die Vorentscheidung. Dann aber brach Nathaniel Amamoo über die linke Seite bis in den Strafraum durch, und bei einem Rettungsversuch beförderte ein Verteidiger letztlich den Ball zum 0:2 ins Viktoria-Gehäuse. Trotz des erneuten Nackenschlags blieben die Himmelblauen aber standhaft, kamen bei einem Konter zu einer Chance auf das postwendende Anschlusstor – doch auch hier war Mika in Tasmanias Tor zur Stelle (78.). Die nun etwas offener agierenden Gastgeber boten aber mehr Raum, den Mensah bei einem Gegenzug über rechts zur Entscheidung nutzen konnte. Aus 20 Metern zog der Winterzugang ab und der Ball landete – noch berührt von seinem Gegenspieler, aber nicht maßgeblich abgefälscht – sehenswert im langen Eck. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter die Partie ab und machte damit der sportlichen Ertüchtigung bzw. der neugierigen Beobachtung angesichts der Witterung ein gar nicht so unwillkommenes Ende.
Schon Freitag gegen Wismar
Auch Lichtenberg 47 löste parallel seine „Pflichtaufgabe“ zuhause gegen SD Croatia (3:1), sodass Tasmania weiterhin mit einem Punkt vor seinem Verfolger in der Tabelle bleibt. Am 26. Spieltag können die Neuköllner dann bereits am Freitagabend gegen den FC Anker Wismar (19.30 Uhr, Werner-Seelenbinder-Sportpark) vorlegen – die Hansestädter sind nach dem 0:1 in Neustrelitz am Freitag auf Rang 9 abgerutscht, sollten aber angesichts von 34 Punkten mit dem Abstiegskampf eigentlich nichts mehr zu tun haben. Mit Evgeni Pataman (9 Tore) und Ex-Zweitligaprofi Pascal Breier (8) verfügt Anker dazu über zwei treffsichere wie namhafte Angreifer. Tas-Verfolger L47 bekommt es dann im Aufstiegsrennen am Sonntag zuhause mit der TSG Neustrelitz zu tun.


Kategorien