Tas verliert nach Ab und Auf mit 1:3 beim BFC
Sicherlich ist die Bilanz der letzten Wochen einerseits bedenklich: da es am Donnerstag beim BFC Dynamo eine 1:3-Niederlage setzte, bleibt der SV Tasmania bei vier Punkten aus nun acht Partien. In den vergangenen vier Spielen gab es nur einen Zähler, mit insgesamt 25 Gegentoren (über drei im Schnitt pro Begegnung) haben die Neuköllner aktuell die schwächste Defensive der Regionalliga Nordost. Doch sicherlich kommt das als Neuling auch nicht unbedingt überraschend – es besteht auch aktuell keine logische Notwendigkeit, in den kommenden beiden Partien gegen Chemie Leipzig und BFC Preussen, die beide mit im Tabellenkeller stehen, Punkte fest einzuplanen. Dazu ist die Mannschaft noch nicht gefestigt genug – nach einer starken ersten Halbzeit in Halle kann man (leider) noch nicht erwarten, dass diese Leistung nun konstant über 90 Minuten abgerufen wird. Das größte Problem bleibt die mangelnde Cleverness, gepaart mit immer wieder auftretenden Fehlern, die den Gegner stark machen. Allerdings fehlte am Donnerstag etwa neben dem länger verletzten Fatih Baca mit Steffen Eder ein weiterer Stammspieler für die Innenverteidigung – und vorne wird das (zeitlich noch unklare) Comeback von Pedro Vitor Cruz Magalhaes (Foto) als weitere Alternative herbeigesehnt. Doch auch von ihm dürfen nach der Verletzungspause keine Wunderdinge erwartet werden. Cleverness und Fehlerminimierung lernt man aber eben nur durch die Praxis – und an der Formel für die Chancenverwertung haben sich schon die größten Fußballphilosophen vergeblich abgearbeitet. Noch läuft unserer Mannschaft die Zeit jedenfalls nicht weg, schließlich lag sie Stand Samstagabend noch auf Rang 16 mitten im Feld von insgesamt sieben Teams, die sich mindestens Sorgen um einen Fehlstart machen müssen.
“Nur“ 0:1 zur Pause hinten
Die ersten 45 Minuten im Sportfoum sollten jedenfalls mit zu Tasmanias schwächsten Halbzeiten dieser Saison zählen. Viel zu passiv und fehlerhaft präsentierte sich das Team, das nach einem Pfostentreffer und einer Rettung auf der Torlinie (mit Hilfe des Pfostens) mit dem 0:1 zur Halbzeit mehr als gut bedient war. Dynamo hatte bereits die erste gute Chance, als Günay von der Strafraumecke abzog – Youssef Labbouz hatte jedoch den Fuß noch im Weg, wodurch sich der Ball knapp über den entfernten Winkel des im Übrigen wieder von Mateusz Mika (Foto) gehüteten Tasmania-Tors senkte (6.). Die nächste Aktion von Günay über rechts war dann aber von Erfolg gekrönt – seine Eingabe brachte Dadashov an Mika vorbei zum 1:0 in die Maschen. In der Folge (s. oben) hatten die Neuköllner Glück, nicht höher in Rückstand zu geraten. Erst nach einer knappen halben Stunde dann die ersten Annäherungen von Tas: Luca Janeš setzte seinen Heber aber zu tief an (27.) und Mensah scheiterte ebenfalls erst an BFC-Keeper Hainke (28.), dann schoss er nach Umschaltspiel ans Außennetz (30.). Doch auch der BFC wurde vor der Pause nochmal gefährlich: Breitfeld flankte einmal mehr von rechts und in der Mitte kam Dadashov zum Abschluss, doch Mika lenkte den Ball per Fußabwehr stark zur Ecke.
Erst im Aufwind, dann geschlagen
So war der knappe Rückstand zur Pause also fast noch das Beste aus der ersten Halbzeit – und Tas kam aus der Kabine, um diese Chance zu nutzen. Mensah setzte einen abgewehrten Eckstoß jedoch aus dem Rückraum über den Querbalken (47.), dann aber schickte der eingewechselte Kosta Grigoriadis nach starker Balleroberung und Spieleröffnung durch Felix Rehder den lauernden Erich Berko (Foto) auf die Reise. Der drang mit dem Ball am Fuß in den Strafraum ein und wurde dann von Gunte zu Fall gebracht – Elfmeter! Der Gefoulte blieb cool und verwandelte zum 1:1-Ausgleich, der das erste Pflichstpieltor seit sechs Partien (zuletzt beim 1:2 im Januar 2004) gegen die Weinrot-Weißen bedeutete. Der Treffer aber setzte neues Selbstvertrauen frei und eröffnete die bis dahin kaum für möglich gehaltene Aussicht auf mehr. Mensah verzog jedoch mit links nach Doppelpass mit Abdulkadir Beyazit (54.) und auch Grigoriadis blieb im Abschluss glücklos (57.). So also überstanden die Gastgeber ihre „wackelige Phase“ ohne weiteren Schaden, und es folgte die Schlüsselszene zu Ungunsten Tasmanias. Zwanzig Minuten vor Schluss waren die Blau-Weiß-Roten bei einem langen Ball Dynamos nicht aufmerksam genug und schon lief die Defensive nur noch hinterher: Mika konnte dabei im Eins gegen Eins mit Ho erst noch abwehren, Breitfelds zweiten Versuch beförderte Kerem Yayla dazu per Kopf von der Torlinie – dann aber kam Sadrifar gegen Labbouz zu Fall und der Unparteiische zeigte erneut, nur diesmal auf der Gegenseite, auf den Punkt. Dadashov blieb ebenfalls kaltschnäuzig und stellte auf 2:1 – ein herber Schlag für Tasmania, nachdem man das Spiel auf dem Kipppunkt hatte. Hainke wehrte dann später noch eine Vorlage von Jamilu Collins mit dem Fuß ab, Beyazit hatte bereits im Zentrum gelauert. Die endgültige Entscheidung zugunsten des BFC leiteten die Neuköllner dann selbst ein: einen Freistoß des eingewechselten Tahsin Cakmak brachte der Gastgeber aus der Gefahrenzone und Mattmüller startete aus dem eigenen 16er einen bemerkenswerten Sololauf. Der defensive Mittelfeldspieler lief dabei allen Gegenspielern davon und schob letztlich zum 3:1 ein – ein bitteres Ende, wenn die Niederlage gerade auch aufgrund der ersten halben Stunde natürlich insgesamt nicht unverdient war.
Mittwoch gegen Chemie
Tasmania rutscht damit um einen Platz auf den drittletzten Rang ab und trifft nun auf Chemie Leipzig, das als einziges Team der Staffel noch ohne Dreier ist. Die Leutzscher liegen daher noch hinter den Neuköllnern in der Tabelle, ein Anspruch auf einen Punktgewinn ergibt sich daraus (s. oben) angesichts der anhaltenden Findungsphase unserer Regionalliga-Elf jedoch nicht zwangsläufig. Daher gilt es, das Team am Mittwoch (19 Uhr, Werner-Seelenbinder-Sportpark) besonders zu unterstützen, um „gemeinsam“ vielleicht einen in dieser Phase eminent wichtigen Dreier erringen zu können.


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