Tas unterliegt Lok trotz früher Roter Karte nur knapp
Der Staffelmeister 2024/25 und 2025/26 gab sich am Sonntag die Ehre in Neukölln – und stand nach nur einem von bis dato sechs möglichen Heimpunkten (sowie vor den anstehenden Partien gegen Chemnitz und Aue) schon unter Druck, auch sein drittes Spiel in der Fremde gewinnen zu müssen. Tasmanias Trainerteam sah dazu nach dem ersten Saisonsieg (3:2 in Luckenwalde) wenig Anlass zu Änderungen, sodass nur der Ausfall von Konstantinos Grigoriadis in der Startformation kompensiert werden musste – ihn ersetzte Youssef Labbouz. Es war das zweite Aufeinandertreffen beider Teams in Berlin nach 2021/22 (1:1 im Stadion Lichterfelde, auf Loks Seite damals schon Abderrahmane und Ziane dabei) und das erste im Werner-Seelenbinder-Sportpark, der wieder mit einer Kulisse im vierstelligen Bereich aufwarten konnte. Im Verlauf des Spiels feierten dazu auf Neuköllner Seite die jüngsten Neuzugänge Jamilu Collins und Luka Janeš ihr Debüt, Abdulkadir Beyazit gelang darüher hinaus sein erstes Pflichtspieltor im Tas-Trikot. Mehr als der Anschluss zum 2:3 sollte trotz 70-minütiger Unterzahl nach dem Platzverweis für Steffen Eder (Foto) sowie starker Vorstellung jedoch am Ende nicht herausspringen.
SV TASMANIA –
1.FC LOKOMOTIVE LEIPZIG 2:3 (1:3)
TASMANIA: Höftmann – Yayla, Eder, Baca, Labbouz (71. Janeš) – Wostrikow (33. Collins), Yajima (77. Valchev) – Mensah, Cakmak (71. Sambale), Beyreuther – Berko (77. Beyazit)
TORE: 1:0 Mensah (6.), 1:1 Abderrahmane (16., Foulelfmeter), 1:2 Kusic (26.), 1:3 Ziane (42.), 2:3 Beyazit (78.)
SPIELBESUCH: 1.050 Zahlende im Werner-Seelenbinder-Sportpark
Umstrittenes Rot ändert das Spiel
Die Leipziger machten gleich zu Beginn ihren Anspruch auf drei Punkte geltend, als Adetula auf linker Position abzog, Elias Höftmann (der gesperrte Mateusz Mika ist erst im Ligaspiel gegen Greifswald wieder einsatzbereit) aber parieren konnte (2.). Nur eine Minute später war es dann Kügel, der freistehend vor unserem Torhüter knapp drüber schoss. Tasmania machte jedoch deutlich, dass man sich nicht verstecken wollte – und kam durch Shean Mensah (Foto) (100. Einsatz in der Regionalliga), dessen Flanke von rechts im linken Torwinkel einschlug, sogar früh zur Führung. Die gab den Neuköllnern Rückenwind, nach einer Kombination über Mensah und Labbouz lag bei dem Abschluss von Erich Berko sogar das 2:0 in der Luft (13.). Stattdessen fiel wenig später der Ausgleich, nachdem Kügel im Zweikampf mit Steffen Eder zu Fall gekommen war und Abderrahmane den Elfmeter sicher verwandelte. Tasmanias Kapitän, der in der Situation Gelb gesehen hatte, wurde dann zum Unglücksraben, als er als „letzter Mann“ wieder gegen Kügel einschreiten wollte und der erneut zu Boden ging. Für den Schiedsrichter eine Notbremse, die er mit einer glatten Roten Karte ahndete – die Fragen, ob der Innenverteidiger nicht zuerst am Ball gewesen war bzw. sein Kontrahent nicht erst auffällig spät stürzte, zog er bei seinem Urteil dagegen nicht in Erwägung. Siebzig Minuten in Unterzahl gegen ein Topteam waren nach dem ansprechenden Start nun natürlich eine gewaltige Hypothek – und die Leipziger nutzten die Situation noch vor dem Wechsel zu zwei Toren. Obendrein hatten sie bei einem Lattentreffer von Ziane noch Pech (41.) – aber Mensah deutete bei einem Abschluss nach Konter (35. – stark pariert von Lok-Torwart Naumann) ebenso bereits an, dass Tasmania sich noch nicht geschlagen gegeben hatte.
Tas-Kampf wird nicht belohnt
Im Gefühl der sicheren Führung und der Überzahl taten sich die Messestädter nach dem Wechsel dann aber zunehmend schwer. So passierte lange Zeit nichts vor beiden Toren, ehe Tasmania tatsächlich nochmal zum Angriff blies und Lok mehrfach in Verlegenheit brachte: den Anfang machte Deji Beyreuther der von links den Abschluss suchte (68.), dann war es wieder der unermüdliche Mensah (73.) – beide scheiterten jedoch an Naumann. Als dann Janeš nach schöner Ballpassage über Kerem Yayla und Yona Sambale nur den kurzen Pfosten traf (74., der Ball sprang von dort kurz vor der Torlinie weg), war das Pech kaum noch zu fassen. Die Blau-Weiß-Roten steckten aber nicht auf: nach Labbouz‘ Einwurf behauptete sich Fatih Baca gegen mehrere Lok-Verteidiger und köpfte den Ball zu Abdulkadir Beyazit (Foto), der keine Minute nach seiner Einwechslung sehenswert aus 16 Metern zum 2:3-Anschlusstor einschoss. Die Gäste waren nun spürbar bemüht, wieder ins Spiel zu finden und das vierte Tor zu erzielen – doch es gelang ihnen nicht, zwingend vor das Neuköllner Tor zu kommen. Vielmehr blieb Tasmania mit Umschaltsituationen gefährlich: Mensah drehte dabei nochmal richtig auf und kam in der Nachspielzeit zu drei aussichtsreichen Gelegenheiten (90.+1, 90.+4, 90.+6) – doch am Ende sollte es nicht sein mit dem Punktgewinn, den sich unsere Elf mittlerweile eigentlich mehr als verdient hatte.
Erst Pokal-Pflicht, dann Greifswald zuhause
Weiter geht es für den SV Tasmania nun mit der Aufgabe beim 1.FC Lübars in der 1. Hauptrunde des Berlin-Pokals – es ist bereits das dritte Aufeinandertreffen in diesem Wettbewerb an der Schluchseestraße seit 2017, beide Male blieb Tas bislang siegreich (2:0, 2:1). Der Anstoß auf dem Platz des Bezirksligisten erfolgt am Sonntag, 23.08., um 12 Uhr – in der Liga steht dann das Heimspiel gegen den Greifswalder FC (30.08., 14 Uhr – Werner-Seelenbinder-Sportpark) auf dem Programm.


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